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EU-Parlament: Einigung beim Reifenlabel erzielt

07.10.2009 14:00 Uhr
EU-Parlament: Einigung beim Reifenlabel erzielt
Bereits seit dem 1. Oktober gilt die Sound-Kennzeichnung für Reifen.
© Foto: Pro-Winterreifen

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Im Streit um das für 2012 geplante Reifenlabel ist laut einer Mitteilung des EU-Parlaments ein Durchbruch erzielt worden. So sei vergangenen Donnerstag auf einem Treffen zwischen Mitgliedern des Parlamentsausschusses für Binnenmarkt und Industrie sowie Vertretern des Ministerrats eine Absprache über ein Kennzeichnungssystem ähnlich dem von Haushaltsgeräten getroffen worden. Die ausgehandelte Einigung muss nun noch von beiden Seiten förmlich angenommen werden – im Europaparlament durch das gesamte Plenum. In mehreren Schritten nimmt die EU bis 2012 Einfluss auf die Eigenschaft und Kennzeichnung der Reifen. So gilt seit 1. Oktober eine Richtlinie zu Reifenabrollgeräuschen. In drei Jahren soll dann ein Reifenlabel Pflicht werden, das Verbraucher klar und verständlich über Nass-Bremsleistung, Rollwiderstand und Abrollgeräusch eines Neureifens informieren soll. Über die genaue Ausgestaltung dieser Richtlinie wird seit längerer Zeit heftig gerungen. Der nun erzielte Kompromiss sieht nach den Worten des belgischen Parlamentsmitglieds und Berichterstatters in der Angelegenheit, Ivo Belet, vor, dass jeder nach dem 1. Juli 2012 produzierte Pkw- oder Leicht-Lkw-Reifen mit einem Label ausgeliefert werden muss, entweder direkt auf den Reifen geklebt oder beigefügt zur Ware. Reifenhersteller müssen zudem ab 1. November 2012 in jedweden Promotionsmaterial für einen Reifen (inklusive Internetseiten) über die drei Faktoren informieren. Bei Reifen, die nicht permanent in den Geschäftsräumen ausgestellt werden, sollen die Händler nach dem Willen der EU-Parlamentarier verpflichtet werden, Kunden das Label vor Verkauf zu zeigen und dann der Rechnung beizufügen. Auf dem nochmals überarbeiteten Sticker-Entwurf verdeutlichen Logos die Effizienz des Reifens: ein Lautsprecher für das Abrollgeräusch, eine Regenwolke für den Nässegrip und eine Zapfsäule für den Spritspareffekt des Reifens. Skepsis bei Continental Alexander Lührs, Leiter Öffentlichkeitsarbeit Division Pkw-Reifen der Continental AG, rechnet damit, dass die am Donnerstag ausgehandelte Vereinbarung nun auch die letzten politischen Hürden passieren wird. Gegenüber unserem Schwesterdienst asp-Online zeigte er sich skeptisch, dass der Informationswert der auf dem Label enthaltenen Angaben in Relation zum Aufwand steht, der nun auf Hersteller wie Händler zukommt. Schließlich würden auf dem Label nur drei Parameter angezeigt. Bei den einschlägigen Tests der Fachzeitungen würden dagegen bis zu zehn Kriterien in die Wertung einfließen. Ein weiteres Problem sieht Lührs in der Bestrafung derjenigen Hersteller, die es mit den Angaben auf dem Label nicht so genau nehmen. "Die Macher der Richtlinie vertrauen hier gewissermaßen auf die Selbstreinigung des Marktes", sagte er. Die Erfahrung mit der Kennzeichnung von Haushaltsgeräten habe gezeigt, dass gerade zu Beginn sehr viele falsche Angaben zur Energieeffizienz gemacht worden seien. Da die Sanktionierung solcher Verstöße aber Angelegenheit der einzelnen Staaten sei, müsse mit bis zu 27 verschiedenen Strafkatalogen gerechnet werden. (ng)

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